Hast du dich schon einmal wie eine Seerose gefühlt? Wunderschön und feinfühlig an der Oberfläche, aber auch sehr angewiesen auf ein ruhiges Gewässer, um nicht unterzugehen?
Für hochsensible Menschen (HSP) fühlt sich der Alltag oft wie ein stürmischer See an. Die Reize prasseln ungefiltert auf uns ein, und die Wellen des Lebens drohen uns manchmal zu überwältigen. Doch Hochsensibilität ist keine Schwäche – sie ist, genau wie die Seerose, eine Meisterleistung der Natur. Man muss nur wissen, wie man die eigenen Wurzeln im ruhigen Wasser verankert.
Gehörst du zu den Menschen, die im Raum sofort spüren, wie die Stimmung ist? Nimmst du Geräusche, Gerüche oder die Emotionen deiner Mitmenschen viel intensiver wahr als andere? Dann gehörst du vielleicht zu den ca. 15–20 % der Bevölkerung, die hochsensibel (HSP) sind.
In meiner Praxis in Bern begleite ich viele Menschen, die ihre Hochsensibilität lange als Last empfunden haben. Doch eigentlich ist sie eine biologische Besonderheit – und eine echte Superkraft.
Was passiert bei Hochsensibilität im Körper?
Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern eine neurobiologische Veranlagung. Bei HSP ist die Reizverarbeitung im Gehirn tiefer und detaillierter. Signale gelangen ungefilterter an die Hirnrinde.

Das bedeutet:
- Intensivere Wahrnehmung: Du bemerkst Details, die anderen entgehen.
- Starke Empathie: Du fühlst mit anderen mit, als wäre es dein eigener Schmerz.
- Tiefe Verarbeitung: Du denkst lange über Erlebtes nach und verknüpfst Informationen komplex miteinander.
Die Herausforderung: Die Reiz-Autobahn
Die Kehrseite dieser „offenen Kanäle“ ist eine schnellere Erschöpfung. Wenn das Nervensystem ständig auf Hochtouren läuft, kommt es zur Reizüberflutung. Das Gefühl, „kein Fell“ zu haben, führt oft zu Stresssymptomen, Schlafstörungen oder einem permanenten Gefühl von Getriebensein.
Craniosacral Therapie: Erdung für Hochsensible
Hier setzt meine Arbeit in Bern Bümpliz an. Craniosacral Therapie ist für hochsensible Menschen oft die ideale Behandlungsform, weil sie ohne harten Druck auskommt.
- Nervensystem beruhigen: Wir helfen der „Reiz-Autobahn“, wieder zur Ruhe zu kommen.
- Grenzen spüren: In der Therapie lernst du, deine eigene Körpergrenze wieder deutlicher wahrzunehmen – ein essenzieller Schutz vor Fremdemotionen.
- Superkraft nutzen: Wenn das System ruhig ist, wird die Sensibilität zum wertvollen Werkzeug für Intuition und Kreativität.
Ein kleiner Alltagstipp für dich
Wenn dir alles zu viel wird: Suche die Stille. Schon 5 Minuten bewusste Atmung oder das Spüren deiner Fusssohlen auf dem Boden können helfen, die überschüssige Energie abzuleiten und dich wieder zu zentrieren.